Outsourcing ist gesund

Zahnärztinnen und Zahnärzte sind hohen Belastungen ausgesetzt. Aus zahlreichen Studien Publikationen geht hervor, dass der Zahnarztberuf stressreicher ist und mehr stressbezogene Probleme mit sich bringt als die meisten anderen beruflichen Tätigkeiten. Die Gefährdung ist akut. Aber es gibt Mittel und Wege, das gesundheitliche Risikopotenzial zu reduzieren.

In einem im International Journal of Psychosomatics im Jahr 1989 erschienen Fachartikel stellte ein gewisser N.B. Litchfield* fest, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte mit einem bis zu 25% höheren Herzinfarktrisiko rechnen müssen als die Allgemeinbevölkerung und 2,5-mal häufiger unter psychosomatischen Störungen leiden als Humanmediziner. Litchfield verweist auf Gefährdungsfaktoren, die für den Zahnarztberuf typisch sind: Zum Beispiel die tägliche feinste chirurgische Arbeit bei minimaler Bewegungsfreiheit in oft schlechter Arbeitshaltung oder der Druck von Seiten der Patienten: «Schwierige» Patienten gelten bei vielen Zahnärzten als grösster Stressfaktor. Nicht zu unterschätzen sei auch das Gefühl, dass Zahnärzte gegenüber Humanmedizinern weniger gesellschaftliche Anerkennung geniessen würden.

Kaum Besserung in Sicht

Seit dem Erscheinen von Litchfields Artikel sind bald 20 Jahre vergangen, aber eine Besserung ist kaum eingetreten. Die physische und psychische Überbelastung der Zahnärztinnen und Zahnärzte ist so enorm wie eh und je. In einer im Jahr 2006 erstellten Inauguraldissertation zur Lebensqualität von berufstätigen Zahnmedizinern im Vergleich mit berufstätigen Humanmedizinern erwähnt die Autorin die Ergebnisse verschiedener Studien, die bei Zahnärztinnen und Zahnärzten ein hohes Burnout-Risiko nachweisen.

Stress erhöht die Suchtgefahr. In einem 2017 im Magazin ZWP Zahnarzt Wirtschaftspraxis erschienenen Artikel zum Thema Stress und Sucht gelangt die Management-Beraterin Dr. Uta Hessbrüggen zum selben Schluss wie seinerzeit N.B. Litchfield: Der Zahnarztberuf ist ein ausgesprochener Stressberuf. Als Folge davon ortet die Autorin eine übermässig hohe Suchtgefährdung. So liege der Anteil der abhängigen Zahnärzte in der Bevölkerung deutlich höher als der von nicht-medizinischen Suchtkranken.

Stressfaktoren im Zahnarztberuf

  • Ungeduldige, fordernde und unzufriedene, ängstliche und phobische Patienten
  • Schmerzpatienten oder unkooperative Patienten
  • Komplizierte Eingriffe
  • Überfülltes Wartezimmer
  • Probleme in der Kommunikation zwischen Zahnarzt und Patient
  • Zeitknappheit; hohes Arbeitsvolumen und zunehmender Verwaltungsaufwand
  • Konflikte im und mit dem Praxispersonal
  • Finanzielle und existenzielle Belastung
  • Statusverlust des Zahnarztberufes

Quelle: Bayrisches Zahnärzteblatt

Gegensteuer geben

An Therapien zur Stressbewältigung und Theorien zur Verhinderung von Burnouts herrscht kein Mangel. Ratgeber empfehlen, eine gewisse Distanz zur Arbeit zu schaffen und die Erreichbarkeit zu reduzieren, was selbstständig Tätigen nicht leichtfallen dürfte. In dieselbe Kategorie gehört das ‘nein sagen können’. Das ist schneller gesagt als getan, denn familiäre und berufliche Verpflichtungen lassen sich nicht ohne weiteres beiseiteschieben. Gut gemeint sind Empfehlungen wie regelmässig Sport zu treiben, sich Ruhezeiten zu gönnen, Entspannungsübungen wie Atemgymnastik oder autogenes Training in den Arbeitsalltag einzubauen, genügend zu schlafen, soziale Kontakte zu pflegen und was der klugen Ratschläge mehr sind. Die Frage ist: Woher soll man sich die Zeit dazu nehmen?

Fachfremde Tätigkeiten abbauen

Zeitmanagement mit Aufgaben- und Prioritätenlisten wie es von Organisationsfachleuten empfohlen wird, mag eine gewisse Entspannung bringen, Zeit lässt sich damit allerdings kaum gewinnen. Gegen chronische Überbelastung gibt es nur ein taugliches Rezept, das bei der Ursache ansetzt: Entlastung. Optionen sind zum Beispiel die Reduktion des Arbeitspensums auf ein verkraftbares Mass oder die Regelung der Stellvertretung. Eine weitere Möglichkeit, um mehr Zeit zu haben und sich auch um die eigene Gesundheit kümmern, besteht darin, sich konsequenter von nicht fachspezifischen Bereichen zu trennen. Es gibt für fast alles Spezialisten: für die Buchhaltung genauso wie für das Ausfüllen der Steuererklärung, für die Personalrekrutierung genauso wie für das Marketing. Für Zahnarztpraxen zählt auch das Honorar-Management zu den Bereichen, die sich in idealer Weise für eine Auslagerung anbieten.

Aus der betriebswirtschaftlichen Perspektive ist das Outsourcing des Honorar-Managements eine sehr effektive Lösung, weil es die konsequente Fokussierung auf die Kernkompetenzen ermöglicht. Ebenso wichtig ist der gesundheitliche Aspekt: Die Entlastung von diesen aufwändigen administrativen Tätigkeiten schafft Freiraum für die Verbesserung der Work-Life-Balance, baut Druck ab und entschärft die Stressfaktoren der finanziellen und existenziellen Belastung.

Die Auslagerung des Honorar-Managements an die Zahnärztekasse AG

  • entlastet von den administrativen Aufgaben rund um die Debitorenbewirtschaftung, die oft in der Freizeit erledigt werden
  • erlaubt es dem Praxisteam, seine ganze Aufmerksamkeit der Betreuung der Patientinnen und Patienten zu widmen
  • stellt sicher, dass die Honorareinahmen pünktlich eintreffen, ohne dass das Team einen Finger rühren muss
  • schützt die Zahnarztpraxis wirksam vor Honorarverlusten durch zahlungsunfähige oder zahlungsunwillige Patienten
  • bietet Gewähr für eine professionelle Abwicklung, die sowohl der Zahnarztpraxis als auch den Patienten zugutekommt
  • garantiert dank Online-Reporting über die Internet-Dialog-Plattform www.debident.ch absolute Transparenz

* Litchfield N.B., (1989) Stress-related problems of dentists